Ein Leitfaden für Herrenschuhe

Herrenschuhe

Einführung

Wir Männer schenken Schuhen oft nicht die nötige Aufmerksamkeit, seien es unsere oder die anderer. Zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben stellen wir jedoch fest, dass ein zuverlässiges Paar (oder mehr) an Abendschuhen ein echtes Muss ist. Das könnte bei deiner Abschlussfeier, deinen ersten Vorstellungsgesprächen oder Hochzeiten sein. Ein maßgeschneiderter Anzug im Wert von 1.000 $ wird hier nicht zum gewünschten Erfolg führen, wenn der Rest deiner Accessoires keinen Eindruck machen. Wir bei MAEZU möchten Dir mit unserem Wissen helfen, dein Outfit zu verbessern. Dieser Artikel soll dich mit den Grundlagen (und darüber hinaus) zu Abendschuhen ausstatten und wir versprechen, dass du am Ende dieses Leitfadens besser in der Lage sein wirst, fundierte Kaufentscheidungen für deine Schuhkollektion zu treffen und zu entscheiden, welchen Schuh man zu welchem Anlass trägt.

Grundaufbau eines Schuhs

Ähnlich wie bei einem Anzug gibt es verschiedene Merkmale, die dem Abendschuh seinen eigenen Charakter und Stil verleihen. Hochrangig gibt es vier Bestandteile des Schuhs: Vorderkappe, Vorderblatt, Befestigung und Seitenteil/Quartier. Eine Illustration veranschaulicht alle Elemente.

Herrenschuhe Elemente

 

Stil der Zehenspitze

Wie bei anderen Herren-Accessoires dreht sich alles um die Details, die zusammen deinen einzigartigen Stil als Gentleman definieren. Das MAEZU-Team empfiehlt, Abendschuhe mit runden Vorderkappen zu kaufen, nicht spitzig und keinesfalls quadratisch. Abgesehen von dieser einfachen Regel gibt es folgende Erwägungen:

Plain Toe
Keine Verzierungen auf dem Vorderblatt, ganz schlicht und unkompliziert. Liefert einen sauberen und dezenten Look.

Plain Toe

Cap Toe / Querkappe
Der Name sagt alles: Die Zehenspitze ist mit einer horizontalen Naht über das Vorderblatt gekappt. Es kann sich dabei entweder wirklich um ein einzelnes Teilstück handeln, welches auf das Vorderblatt angenäht ist oder nur um eine Naht. Dies ist meist bei Oxford-Schuhen zu sehen.

Split / Apron-Toe-Stil
Die Naht verläuft von der Schuhmitte über die Zehenspitze bis zur anderen Seite der Mitte des Schuhs. Dies ist eher geläufig bei legeren Schuhen.

Apron Toe
Split Toe

Medaillon
Der Medaillon-Stil ist an seiner schlichten Vorderkappe und den leichten Lochmustern zu erkennen. Auch dies ist wieder ein Charakterzug für legerere Schuhe.

Medallion

Wingtip / Flügelkappe
Der Flügelkappenschuh ist gekennzeichnet durch ein Lochmuster in der Mitte der Vorderkappe und entlang der Naht.

Wing Tip

 

BROGUEING / Lochverzierungen

Brogue bezieht sich auf die dekorativen Lochverzierungen auf Abendschuhen und kennzeichnet ein eher legereres Merkmal. Es gibt verschiedene Arten von Broguing:

Full-Brogues / Wingtips
Die geschwungene Vorderkappe wird auch als Wing-Tips/Flügelkappe bezeichnet und erstreckt sich um die Außenseite der Zehen herum.

Full Brogues

Longwing-Brogues
Die seitlichen Ausläufer der verzierten Flügelkappe erstrecken sich bis weit nach hinten zur Mitte der Fersennaht. 

Longwing Brogues

Half-Brogues
Weniger auffällig als der Full-Brogue, zeichnet sich der Half-Brogue durch ein dezentes Lochmuster entlang des Nahtrands und der Mitte der Vorderkappe aus.

Semi Brogues

Quarter-Brogues
Dies ist die unaufdringlichste Version. Dieses Modell hat keine Verzierungen in der Mitte der Vorderkappe, sondern nur schlichte Lochmuster entlang der Naht der Vorderkappe.

Quarter Brogues

 

Stufen der Formalitätsbewertung

Vorkommen von Schnürsenkeln
Ein einfacher Weg, um den Formalitätsgrad von Schuhen zu bestimmen, ist der Blick auf die Schnürsenkel oder deren Fehlen. Historiker schätzen, dass Schnürsenkel um 3000 v. Chr. erfunden wurden. Dies muss der Zeitpunkt gewesen sein, an dem sich der Mensch dazu entschieden hat, nicht mehr barfuß zu laufen, sondern seine Füße mit etwas zu bedecken, sei es zum Schutz oder zur Ästhetik. Unsere Vorfahren könnten Schnürsenkel aus Gras oder anderem Naturmaterial verwendet haben, aber das Ziel von Schnürsenkeln war immer, den Schuh an den Füßen zu befestigen. Wir empfehlen, bei den meisten Veranstaltungen Abendschuhe mit Schnürsenkeln zu tragen. Schuhe ohne Schnürsenkel sollten für formelle Anlässe wie Vorstellungsgespräche (in klassischeren Branchen) und Geschäftstreffen vermieden werden.

Dekorative Muster
Abendschuhe können mit einer Vielzahl von Mustern versehen werden, was durch dekorative Lochverzierungen, auch als „Brogue“ bezeichnet, erzielt wird. Menschen haben Broguing vor Jahrhunderten erfunden, um ein praktisches Problem zu lösen: Wasser aus den Schuhen laufen zu lassen. Beim Marschieren über nasses Geländer sorgten die Löcher dafür, das Wasser bei jedem Schritt aus dem Schuh zu drücken. Heute dient es jedoch vor allem zu dekorativen Zwecken – zumindest hatte ich noch nie das Vergnügen, Regenwasser aus meinen Schuhen zu quetschen. Broguing ist häufig auf Oxford-Schuhen zu sehen und Derby-Schuhe sind in vier verschiedenen Kappenstilen erhältlich (siehe Abschnitt unten). Die Grundregel lautet: Je einfacher das Design/Muster, desto formeller ist der Schuh. Ein Gentleman mit seriösem, formellem Auftreten bevorzugt den schlichten, nicht verzierten Stil gegenüber komplizierten und ablenkenden Mustern.

Wahl der Farbe
In Sachen Formalität schlägt die Farbe schwarz alle anderen. Eine kraftvolle Farbe, die mit Autorität assoziiert wird und deinem Anzug Klasse und Raffinesse verleiht. An zweiter Stelle steht die Farbe braun, insbesondere dunkle Nuancen oder Variationen einschließlich burgunderfarben. Je heller der Farbton, desto legerer ist er. Wir empfehlen, mindestens ein Paar schwarze und braune Schuhe im Schuhschrank zu haben. Du wirst auch feststellen, dass dunkle Schuhe leichter zu kombinieren sind als helle. Die Entscheidung für die richtige Schuhfarbe wird jedoch auch beeinflusst durch die Jahreszeit (hellere Farben in wärmeren Jahreszeiten) und den Zeitpunkt des Anlasses (tagsüber eignet sich gut für hellere Farben, während dunklere Farben am Abend besser passen).

 

Die wichtigsten Schuhstile

Oxfords
Ein wahrer klassischer und zeitloser Abendschuh, der ein Hauptelement in deiner Schuhkollektion darstellt. Benannt nach der Oxford University, verkörpern die Oxfords eine moderne Version der Oxonians, die im 19. Jahrhundert populär waren. Nach einigen Jahrhunderten galt der halbhohe Stiefel als veraltet und wurde schließlich durch die heutigen Oxfords ersetzt.

Das Hauptmerkmal ist die Befestigung, die unter dem Vorderblatt genäht ist – auch geschlossene Schnürung (Closed Lacing) genannt. Die wenigen Nähte sorgen für einen gepflegten Look, der den eleganten Stil ohne Schnickschnack unterstreicht. Dieser minimalistische Aspekt hat zur Beliebtheit des Oxford-Schuhs beigetragen, aber auch zu seiner Vielseitigkeit, sodass er mit den meisten Outfits kombiniert werden kann. Schwarz ist in der Regel die sicherste Wahl. Schwarzes Lackleder ist das formellste Material, Wildleder steht dem gegenüber. Oxfords gelten als die formellste Art von Abendschuhen.

Closed Lacing

Derbys & Blücher
Ursprünglich in den 1850er Jahren als Sport- und Jagdstiefel entworfen, wurden die Derbies Anfang des 20. Jahrhunderts als normales Schuhwerk immer populärer.

Verglichen mit Oxfords werden die Seitenteile der Derbys auf dem Vorderblatt aufgenäht und werden daher als offene Schnürschuhe (Open Lacing) bezeichnet. Dieses Konstrukt ermöglicht eine breitere Passform als bei einem Oxford und macht den Derby etwas komfortabler. Blücher sind sehr ähnlich zu Derbys, abgesehen von den seitlich aufgesetzten Schnürungsteilen aus Leder auf dem Vorderblatt. Aufgrund ihrer Naht und ihren sportlichen Wurzeln liegen Derbys im Hinblick auf die Förmlichkeit im Vergleich zu Oxfords um eine Ebene tiefer.

Open Lacing

Monkstrap
Der Monkstrap ähnelt in Form und Aufbau einem Oxford und verwendet anstelle des Ösenverschlusses ein breites Lederriemen über der Vorderseite des Schuhs. Der Name leitet sich von den Mönchen ab. Diese trugen die Schuhe aufgrund der geschlossenen Machart, die im Vergleich zu herkömmlichen Sandalen einen besseren Schutz bot.

Als relativ moderner Stil ist er sehr zeitgemäß und kann entweder mit Jeans oder Anzügen getragen werden. Einzelne Riemen sind formeller als doppelte Riemen, aber so oder so werden Monk-Riemen Aufmerksamkeit erregen. Für einen einheitlicheren Stil empfehlen wir, den Schnallenverschluss mit anderen Metall-Accessories zu kombinieren.

 

Loafer
Am anderen Ende der Bandbreite haben wir die besonders legeren Loafers. Der Loafer ist ein Slipper, der als Hausschuh für König George VI von England entworfen wurde. Er wurde jedoch erst in den 1930er Jahren populär, als die Hersteller in den USA mit der Produktion dieses Slippers begannen. Später in den 1960er Jahren begannen sogar Geschäftsleute und Anwälte, Loafers zu ihren Anzügen zu tragen.

Loafers kommen ohne Schnürung oder sonstige Verschlüsse aus. Sie zeichnen sich durch niedrige Absätze, separate Sohlen und einen Schuhrücken aus, der verziert ist durch schlichte Riemen, geschlitzte Riemen oder Ornamente. Als einer der legereren Schuhe empfehlen wir, Loafers an warmen Wochenenden mit einem schicken Hemd und einer Chinohose zu tragen.

 

Zusammenfassend

Der Kauf eines gut gemachten Schuhpaars ist eine langfristige Investition und wird zu einem unerlässlichen Element deiner Garderobe. Recherchiere und wähle mit Bedacht, denn die Schuhe sollten deinen persönlichen Stil widerspiegeln und für den jeweiligen Anlass geeignet sein.

Die meisten Männer brauchen nicht viele Schuhe. Daher ist es umso wichtiger, dass wir sorgfältig auswählen, was wir kaufen und die unterschiedlichen Eigenschaften jedes Schuhs verstehen, um auf die meisten Anlässe vorbereitet zu sein.

 

Bleibt schick!

Euer MAEZU Team